Friedhof Blankenese – Innenräumliche Umgestaltung der Kapelle und Außenaltarensemble
Bauherr Ev.-Luth. Kirchengemeinde Blankenese
Fertigstellung 2011

Die 1927 nach dem Entwurf von Johannes Hatje erbaute und 1962 von Grundmann und Sandtmann Architekten erweiterte Kapelle des Blankeneser Friedhofs besticht vor allem durch ihren paraboloiden, hellen Innenraum, welchen das ziegelsichtige Äußere des expressionistischen Baus nicht ohne Weiteres erahnen lässt. In Farbe, Licht und Materialität das Vorgefundene atmosphärisch aufzuwerten, den historischen Raum zu stärken und in moderner Architektursprache zu ergänzen, war Kern der innenräumlichen Umgestaltung und Sakralisierung. Die lichte Filigranität des hohen Gewölbes findet ihre Ergänzung im pastelltonigen Farbkonzept, der Reduziertheit der Ergänzungen und insbesondere in dem gläsernen Altar mit darüber schwebendem Kreuz, Entwurf Matthias Schmidt, welcher den Fokus des Kapellenraums bildet. Über die Trauerkultur hinaus, dient die Kapelle zudem der Feier von Gottesdiensten.
Neben der Kapelle bilden die Abschiedsräume und das Altarensemble im Freien weitere Orte der Besinnung in der Erinnerungslandschaft des Friedhofs. Das Glaskunst-Fenster ‚biblische Gefäße’, Entwurf Matthias Schmidt, zeigt abstrakte Gefäße als Sinnbild des Bewahrens. Das Durchlicht der unterschiedlich dichten Grisaille gibt dem hölzernen Kabinett des Innenraumes eine diffuse, atmosphärische Prägung. In der Archaik der lagernden Altarzylinder finden die Gefäßformen eine inhaltliche Entsprechung. Das Ensemble markiert einen weiteren Gedächtnis- und Andachtsort in der Weitläufigkeit des historischen, parkartigen Friedhofs.